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Wenn „Harry“ nicht so
hieße, dann müsste er sich selbst einmal überlegen, ob er nicht
nachträglich diesen Namen beantragen sollte – da er aber seit Geburt
„Harry“ genannt wird, stellt sich dieses Problem erst gar nicht, und ein
jeder seiner Kunden darf sich froh und glücklich schätzen, einen Friseur
solchen Namens zu kennen. Dass Harry auch noch schwul, braun gebrannt und
Schwabe ist, wird nur deshalb erwähnt, weil man sich dann besser
vorstellen kann, wie er die noch zu nennenden entscheidenden Worte
beiläufig bei einem kurzen, sondierenden Blick in den Spiegel sagte.
Man hatte sich über das Thema Arbeit – worüber auch sonst in diesen Tagen?
– unterhalten und im Schweinsgalopp das Leben verschiedener Kollegen von
Harry durchforstet. Immer wieder blieb man bei den Lehrlingen der letzten
Jahre hängen. Und wie soll es auch anders sein, wenn ein Älterer über
seine jüngeren Nachfolger redet – er redet schlecht. Dabei zeigte Harry
aber auch immer wieder Verständnis und sagte selbst, als er die Geschichte
einer gerade Ausgelernten erzählte, die sich nur zwei Monate nach ihrer
Prüfung „berufsunfähig“ schreiben ließ, dass dies „ganz normal“ sei und
schon immer gegeben habe, wenn auch „nicht so viel wie heutzutage“. Harry
hinterfragte auch sich, sein Verhalten und seine Überlegungen, und nannte
beim Themenkomplex Rente seine Sichtweise „Besitzstandsdenken“.
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